Museum Mensch und Natur / München
Sonderausstellung
bis zum 23.04.2017

Am Samstag war ich in der gut besuchten Sonder­ausstellung im Museum Mensch und Natur in München. Dort werden bis zum 23.04. dieses Jahres 100 Fotografien des weltweit bedeutendsten Wettbewerbs für Naturfotografien ausgestellt. Dieser Wettbewerb wird jährlich vom Natural History Museum London veranstaltet und es können sowohl Foto-Profis, als auch Foto-Amateure ihre Bilder einreichen. Für das Portfolio 2016 musste die Jury ca. 50.000 Fotografien sichten und bewerten. Die Fotos der Ausstellung gliedern sich in 16 verschiedene Kategorien.

Was mit der Ausstellung erreicht werden soll, beschreibt Micheal Dixon, der Direktor des Natural History Museum folgendermaßen: „Unser Wettbewerb beleuchtet die großen Fragen der Gesellschaft und der Umwelt: Wie können wir Artenvielfalt bewahren? Können wir mit der Natur in Harmonie leben? Indem sie unsere Herzen berühren, bringen uns diese Bilder dazu, über die Natur und unser Handeln nachzudenken.“

 

Das Siegerfoto von Tim Laman bestätigt dies in eindring­licher Weise. Ein einzelner Orang-Utan, der einen Baum erklettert. Die Beschreibung ist lapidar, die Wirkung ist enorm. Auf den ersten Blick schon ein grandioses Foto. Nach einer gewissen Zeit der Betrachtung spürt man die Emotionalität der Aufnahme: Die Schönheit, die Einzigartig­keit dieses Tieres, das Alleinsein des Orang-Utans über einem Abgrund. Einen Abgrund, den wir Menschen geschaffen haben.

 

 

 

Aber auch die anderen Fotografien haben die Ausstrahlung des Besonderen, haben diese Einzigartigkeit. Die Aufnahme des Fuchses in der Stadt oder des Leopards zwischen Häusern eines Vorortes von Mumbai, oder des Storchen­paares, welches nahe einer spanischen Industrieanlage nistet. Fotografien, die einen stutzig machen und bei denen ich mir die Fragen stellte: Warum sind die Tiere dort zu finden? Was muten wir diesen Lebewesen zu oder gibt es eine Koexistenz?

 

 

 

Und dann sind da noch die Bilder von Natur pur: die Eruption eines Vulkans, ein Wal durch seichte Wellen gleitend, die Krähe vor einem Mond in einem Baum sitzend, das Gemälde aus Sand, der Sonnenuntergang im Gebirge, die Gräser im Wind, das detailreiche Gesicht eines Pelikans und, und, und. Wie sagt der Ausstellungsflyer: „Eines haben dabei – trotz aller Vielfalt und Unterschiede – alle Bilder und Fotografen gemeinsam: Die große Liebe zur Natur und dem Respekt vor ihrer Einmaligkeit.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bei dem Wettbewerb Photographer of the Year gibt es auch noch einen People Choice Award. Dessen Gewinner werden auch präsentiert, allerdings nicht in Form von hängenden Bildern, sondern mit Hilfe einer computergestützten Präsentation. Auch diese Präsentation sollte man sich unbedingt anschauen. Allerdings ist diese ein wenig versteckt. Tipp: Rechts vom Ausgang.

Was für mich als Fotograf dann doch noch mein Interesse ein wenig steigerte, war die technische Dokumentation der Bilder. Zu jedem Bild wird aufgeführt mit welcher Kamera, mit welcher Blende und mit welcher Belichtungszeit die Fotos gemacht wurden. Man ist ja immer neugierig, wie die Konkurrenz die Bilder macht.

Was noch anzufügen wäre: Wenn man schon einmal im Museum Mensch und Natur ist, sollte man sich auch die Dauerausstellung anschauen. Für Kinder ein Lernen mit viel Spaß, für die Großen ein Auffrischen des Wissens und einige AHA-Effekte.

Insgesamt Bewertung: Sehenswert, empfehlenswert, hingehen.

Ort:
Museum Mensch und Natur
Schloss Nymphenburg
80638 München
Barrierefreier Zugang

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 9 – 17 Uhr
Do 9 – 20 Uhr
Sa, So, Feiertage 10 – 18 Uhr

Webinformationen:

Museum Mensch und Natur, München

Natural History Museum, London